Nikolai Vogel / nachwort.de

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Oktober 2005


Samstag, 29. Oktober 2005

Wärmerekordeoktober

Der Himmel spielt Renaissance. Alles erprobt Zentralperspektive. Der Bogen der Brücke über den Fluss und die Fluchten die Strömung herab und hinauf. Das Laub fällt von den Bäumen aus alter Gewohnheit, legt ein Rot über Straßen und Plätze, das sich gewaschen hat. Aber wo ist der Staub aus Sommersonne, der Tanz in der Luft? Und in den Bäckereien schon Stollen.

NV am 29.10.2005 um 17:43 »


Montag, 24. Oktober 2005

Liegengebliebene Sätze mit Zitat

Auf dem kleinen Balkon lese ich neue Gedichte Jürgen Bullas und im Hof pflegt einer seinen alten Mercedes, bis die Sonne hinter den Dächern verschwindet.

Ich schaue weder die "Lindenstraßen", noch die "Marienhöfe" oder "Verlorenen Lieben" - die Soap, der ich folge, ist die des Kabinetts und Bundestags.

"Habe bemerkt, dass ich nicht spüren kann, wo genau im Kopf ich denke." (Andreas Louis Seyerlein) Wie sich stetig umschichtende Dünen.

NV am 24.10.2005 um 12:37 »


Sonntag, 23. Oktober 2005

Am Ende des Tages

"Worte über worte sind in meinem Kopf, ich weiss nicht wo ich anfangen soll." Jeden Tag beginnen mit Löschen ... Wortfeld. Spam. "Unser Land ist in eine schlechte Lage mit on - line - Banking geraten, deswegen wurde uns empfohlen, alle on - line - Konten von unseren Kundschaften der Bank zu kontrollieren, um die 'Tageskonten' festzulegen, die von den T.tern gebraucht werden, um von den Konten unserer Kunden die gestohlenen Geldmittel waschen zu k.nnen." So schön im vorhin eingetrudelten Original. Auch zitierfähig: "Zuerst muß ich Ihre Zuversicht in dieser Verhandlung bitten, dies ist auf Grund seiner lage als das Sein total VERTRAULICH und-GEHEIMNIS. Aber ich weiß, daß eine Verhandlung dieses Ausmaßes irgendeinen ängstlich und besorgt machen wird, aber ich versichere Sie, daß aller in ordnung seien wird am Ende des Tages." Da widme ich mich dann noch der Lektüre folgender lyrischer Fishing-Mail:


TEST


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Schwitters hilf! Anna Blume, mir keinen Größeren du deiner dich dir. Your profile has been matched with singles in your area.

NV am 23.10.2005 um 16:28 »


Samstag, 22. Oktober 2005

Samples, Keys, Gitarren, Theremin

Carl Craig, Flying Lizards, Venetian Snares, Manuel Göttsching, Barbara Buchholz

NV am 22.10.2005 um 01:06 »


Bitte nicht

In der U-Bahn eine Frau, die auf ihre fünf Kinder einspricht. Sie werde ihnen jetzt die neue Xbox kaufen. "Warum denn", meinen die Kleinen, "wir benutzen die doch fast gar nicht, wir spielen Playstation." "Wir haben ja alle drei", meint die Frau, "Xbox, Nintendo, Playstation". "Ja", sagen die Kinder, "aber die neue Playstation komme erst in sechs Monaten oder so." Die Frau: "Sie kaufe jetzt erst Mal die Xbox." Der Älteste: "Aber die brauchen wir nicht." Die Frau: "Du kommst jetzt aber in das Alter, da ist die Xbox besser, das andere ist für die Kleineren." Der Junge: "Die Playstation geht doch genauso". Die Frau: "Wir haben ja alle drei Systeme und ihr bekommt jetzt erst mal die neue Xbox" ... - Dass jetzt also die Kinder den Eltern die Geschenke ausreden müssen, betteln, dass sie etwas nicht bekommen. (Sollte vielleicht Schule machen.)

NV am 22.10.2005 um 00:59 »


Dienstag, 11. Oktober 2005

Oktoberumgebung

Dreiviertelnebel. Morgens vor acht. Leichte Verspätung wegen einer Türstörung. Volle Züge. Viele letzte Lidl-Tickets werden verfahren. Letzter Wiesn-Tag. Koffer und Menschen. Noch kaum Fahnen. Bissgurken und Mobilemanische. Später niedrig über den Bäumen dahinrollende Wolken, ein Schaumbad auf dem Wald. In Hamburg gehe ich an die Außenalster, später mache ich mich auf den Weg zu Seitensturm, einer Lesereihe im Ernst-Deutsch-Theater, zu der mich Jochen Brachmann einlud, er hörte mich in Klagenfurt. - "Haben Sie Lust mit mir auf einen Schnaps zu gehen?" Die alte Dame, gepflegt, hanseatisch, war schon vorher wie sinnend stehen geblieben. Ich sage ihr, dass ich gleich eine Lesung habe, auf dem Weg ins Theater bin, es tut mir leid, sage ich und sie trippelt mit kleinen Schritten weiter, ein wenig enttäuscht. Ich wüsste gerne, was sie mir erzählt hätte.

"Die Weiterfahrt wird in Kürze fortgesetzt", sagt der Zugchef am nächsten Tag, nach einem Halt auf freier Strecke, nicht die Türe, sondern ein Signal stört jetzt, lange Pausen zwischen den Wörtern.

Zu Season II Farben und Tone Avenstroup auf norwegisch und auf deutsch.
Selbe Woche, Oktoberumgebung, Ortfindung, übers Wochenende wieder in Zügen, weiter nach Berlin. Ein ICE, der ab und zu etwas abrupt bremst. Gestrecktes, schmerzendes Knie. Schwerer Rucksack. Die Reihen voller Harry Potter, aber jemand trägt auch Hildesheimers "Mozart" vorbei. Immer weniger Platz in den Zügen und ab Jena schaltet die Klimaanlage auf kalt. Lesen in losen Blättern. Neben mir rechnet ein Mathematiker. In der Zeitung Schaubilder zur Metathese, Nobelpreis Physik, wer bekommt die Literatur? Geteilt wird er da nicht, wie oft in Physik, Chemie und Medizin. Einzige Ausnahme ist bislang 1904, schlage ich in der Lesbarkeit der Weltliteratur nach, da ich ihre Listen nicht auswendig weiß.

Berlin, LCB. Martin Becker fragt mich, ob die Geschichte mit dem Croissant wirklich passiert ist. Ich überlege kurz und sage ja. Simple Storys, neue Leben.

Der Herbst will den Sommer vorführen. Im Hof liegt rosenrot eingefärbtes Laub. Begegnungen auf der Straße. In einer Sprache, die ich nicht verstehe, redet ein Mann mit einer Baustelle.

NV am 11.10.2005 um 16:58 »


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