Nikolai Vogel / nachwort.de

Dies ist kein Tagebuch. Dies ist für ein Publikum. Texte, die mit Verstellung arbeiten.
Auch das Tagebuch arbeitet mit Verstellung. Man verstellt sich für sich selbst.
Der Versuch des Entwurfs eines Bildes für und von sich selbst.
Die Schrift ist Verstellung.
So sei es.

Beta Version - Versuch - Draft ... gestartet am 17.01.2004 ...
NV am 17.01.2004 um 02:36 »

Donnerstag, 29. Juli 2010

Noch ein Eintrag im Juli

und dann kommt der August. Weinhänge, Kanäle und Gärten. Lektüre im Freien. Tastaturlos mal wieder den Stift in die Hand.

NV am 29.07.2010 um 13:18 »


Dienstag, 15. Juni 2010

Kleiner Elefant

noch vor ein paar Tagen besucht, stand im Gehege und bewegte sich kaum, in dieser Welt nicht mehr, der unbegreiflichen, der kurzen Zeit, mutterlos und in den ruhigen Armen der Wärter, in die Jagdgründe jetzt, Rüsselspiele mit Hannibals Gefährten.

(Jamuna Toni 21.12.2009 - 14.06.2010)

NV am 15.06.2010 um 14:57 »


Der Sternenglanz verdeckt

eine ganze Nacht Regen. Die Elster schießt durch den Hof, ein riesiges Nest auf dem Baum, und die Amsel hat nichts zu lachen. Noch fehlt kein Löffel vom Balkon, noch nichts vermisst.

(vor ein paar Nächten ...)

NV am 15.06.2010 um 14:53 »


Dienstag, 8. Juni 2010

Wasserleiche

zuerst die Badehose
in der Strömung
ein Mensch
vorbei


(Isar, 6.6.10)



[So ein glücklicher Tag am geliebten Fluss und dann dieser schreckliche Unfall - und was für einen Unterschied es macht, ob man etwas aus Radio oder Zeitung erfährt - oder unmittelbar. Und wie einem das nachgeht.]

NV am 08.06.2010 um 12:13 »


Samstag, 22. Mai 2010

Schon wieder Regen

und Öl läuft aus / ins weite Meer / Vulkan spuckt Asche / gegen Flugverkehr / / Welt wird kälter / wir sonnen uns / / im Schein der Kohle

(warum ich keine Gedichte schreibe)

NV am 22.05.2010 um 04:38 »


Mittwoch, 19. Mai 2010

Friederike Mayröcker

in der Akademie der Schönen Künste. "Ich bin in der Anstalt ..." Und liest - Gänsehaut! Die Worte so abständig gesetzt, wie Glenn Gould 1981 die Noten der Goldberg-Variationen. Zwischen den Tönen das Leben.

remember Horst Bienek

NV am 19.05.2010 um 12:57 »


Samstag, 8. Mai 2010

Auf dem Rad durch den Park im Regen

frühmorgens, kaum ein Mensch, der ganze Englische Garten atmet Bärlauch, als habe er vortags im Pesto geschwelgt, eine Schafherde, zusammengedrängt unter einem alten Baum, der furchige Stamm ein Bild der Zeit, raumgreifend, als teste sie eine neue Welt, eine Ente auf Asphalt

NV am 08.05.2010 um 00:19 »


Freitag, 7. Mai 2010

April war

und der Mai liebt den Regen sehr, bisher ...

NV am 07.05.2010 um 23:31 »


Montag, 19. April 2010

und auch

der März schon wieder weg,
April angelaufen, Mai unterwegs

NV am 19.04.2010 um 22:42 »


Montag, 1. März 2010

Der Februar vergangen

der März begonnen

NV am 01.03.2010 um 02:20 »


Sonntag, 24. Januar 2010

An die Luft ein wenig

auf zunehmend vereisten Wegen bis kurz hinter Neptun, wo einen die eigenen Schlitterschritte zur Umkehr mahnen - die Sonne hinter dunstigem Grau, ein nur halbheller Tag,

NV am 24.01.2010 um 16:22 »


Samstag, 16. Januar 2010

Bier. Bier. Tee.

Thomas Meinecke legt ein schön minimales House-Set im Haus der Kunst auf. Druckvoller stetiger Fluss, vibrierender Boden. Bier. Vorgestern Nacht. - Klasse Förg in der White Box. Und er selbst zieht in eine der langen Wände eine Vertikale - Zusammenstoß zweier Farben. Bier. Gestern Nacht. - Und stiller vor dem Rosengarten: Manfred Werder und Christoph Nicolaus. Eine Aufführung, bei der man in die ganze Umgebung lauscht und die Ohren den Raum aufspannen. Kirchturmglocken, ein vorbeifahrender Zug, Baggergeräusche aus dem Hintergrund, das Knirschen von Fußtritten im Schnee. Atemfahnen. Tee. Heute Abend.

NV am 16.01.2010 um 18:20 »


Mittwoch, 13. Januar 2010

Der Himmel seit Tagen ein Bernd-und-Hilla-Becher-Grau

und weiß der Schnee darunter.

NV am 13.01.2010 um 10:57 »


Dienstag, 29. Dezember 2009

Den Tisch sortieren

Ein verlorenes Notizbuch? Ein Text, der nur langsam Sätze gewinnt. Schnee, der in Regen übergeht. Der Weihnachtsbaum vor dem Rathaus schon ohne Beleuchtung. Für den Stift aus Florenz keine neue Mine bekommen. Das Übertragen von Terminen in den Kalender fürs neue Jahr. Die Promis, die im Fernsehen sagen, "Zuhause ist sie die Chefin".

NV am 29.12.2009 um 18:16 »


Montag, 21. Dezember 2009

Der Ursprung der Welt

und "Der Ursprung der Welt". Dies ist keine Pfeife. Musee D'Orsey. Paris. Shakespeare & Company, Kilometer Zero, aber nicht mehr am ursprünglichen Ort. Women aus dem Schaufenster und der neueste Pynchon hinter einem Stoß der zweiten noch in der ersten Auflage. Henry Miller Erstausgaben, erste Nachkriegs-Wiederauflagen. Tropic of Capricorn. Und abends beim Picknick blenden all die Ausflugsboote, die die Uferlandschaft mit ihren Lichtern fluten. Champagner! Dies hier ist ein Durcheinander. Sommer! Was soll all die chronologische Ordnung.

NV am 21.12.2009 um 17:56 »


© 2004-2010 by Nikolai Vogel - Impressum | Seitenanfang | was bisher geschah

home
was bisher geschah

S M D M D F S
    123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Links:
I love no waiting
Mond0
WeltII
Black Ink
Die Lesbarkeit der Weltliteratur
Der goldene Fisch
100 empty windows
Olimpia



Powered By Greymatter