Nikolai Vogel / nachwort.de

Dies ist kein Tagebuch. Dies ist für ein Publikum. Texte, die mit Verstellung arbeiten.
Auch das Tagebuch arbeitet mit Verstellung. Man verstellt sich für sich selbst.
Der Versuch des Entwurfs eines Bildes für und von sich selbst.
Die Schrift ist Verstellung.
So sei es.

Beta Version - Versuch - Draft ... gestartet am 17.01.2004 ...
NV am 17.01.2004 um 02:36 »

Freitag, 16. Dezember 2011

Out of social media

Liest das noch wer?

NV am 16.12.2011 um 16:01 »


Freitag, 18. November 2011

Atem holen

Die Glücklichkeit eines knutschenden Pärchens, das auf einem am Flußufer liegenden Baumstamm Platz nahm. Frische Luft. Die Krähen nehmen ein Bad. Der Himmel in kälteren blauen Schichten.

NV am 18.11.2011 um 15:16 »


Freitag, 11. November 2011

Nachts am Fluss, Fußgängerweg

Die Kleinsäuger rascheln im nebelfeuchten Laub.

NV am 11.11.2011 um 16:13 »


Dienstag, 8. November 2011

Brückenblicke, fast schwerelos

Isarauen, Flusslandschaft. Die tiefstehende Herbstsonne von hinten. Oben fährt ein Laster über die Brudermühlbrücke. Verliert Laub. Rieselt hinunter wie Blattgold, ein flirrender, flimmernder Paillettenvorhang. Magischer Moment. Auf der Braunauer Eisenbahnbrücke, ein langer Zug, Container, Ton in Ton zum über den Fluß gespannten Metall, gleitet vorbei und zieht ein langes Geräusch mit hinüber. Hinter der Wittelsbacher Brücke mit ihrem steinernen Reiter die Kirchturmuhr. Ihr Ziffernblatt strahlt, vom Licht getroffen, wie der Heiligenschein einer Ikone.

NV am 08.11.2011 um 23:45 »


Samstag, 29. Oktober 2011

Bruegels Winterbild

Jäger im Schnee in Solaris. Jäger im Schnee in Melancholia. Andrei Tarkowski spielt Johann Sebastian Bach, "Ich ruf' zu dir, Herr Jesu Christ", Lars von Trier spielt Wagner, "Tristan und Isolde". Tarkowski lässt den Bildern Zeit. Von Trier zitiert sie an. Tarkowski endet mit Regen. Von Trier mit Feuer. Und auf Breugels Bild liegt immer noch Schnee.

Abends im Kino, Melancholia. Nicht nur Solaris, auch Andrej Rubljow (das zusammenbrechende Pferd), Serkalo der Spiegel, Nostalghia und Opfer klingen an. Doch deren Langsamkeit, die die Wucht erst erzeugt, fehlt. Geglättet, sehr auf Mittelachse gespielt und zu viele Worte. Die Ouvertüre ist am stärksten - Dancer in the Dark!

(vgl. auch 18. September 2009)

NV am 29.10.2011 um 04:34 »


Donnerstag, 27. Oktober 2011

Die sichtbare Freude

im Gesicht einer jungen Frau, die laufend gerade noch den Bus erreicht, der nachts nur alle zwanzig Minuten verkehrt.

NV am 27.10.2011 um 01:07 »


Und in der U-Bahn hocken die Zombies

kleine Displays in der Hand, aus denen sie ihre Befehle zu bekommen scheinen. Sogar beim Ein- und Austeigen, beim Gehen schauen sie auf ihren kleinen, stets vor sich gehaltenen Wächter, denn wenn die Verbindung reißt, sind sie verloren. So aber wirken sie traurig und alleine, ertragen die Haft apathisch und arbeiten emsig mit ihrem Daumen.

NV am 27.10.2011 um 01:06 »


Sonntag, 23. Oktober 2011

Nachmittagssonne

Der Fluss flimmert im Gegenlicht. Dunst hinter den Bäumen. Am Horizont wartet der Winter.

NV am 23.10.2011 um 20:15 »


Samstag, 22. Oktober 2011

Wunderland und Prügelt kriegt Liebe

Rathausgalerie "academy" Fotoausstellung. Während der Reden mein Schrei ins palavernde Vernissagen-Publikum: "Konzentration" - wie ein abruptes Runterdrehen des Lautstärkereglers, eine Miniperformance. U-Bahn umsteigen, Prinzregentenplatz. Manuel Eitner: "One Shot One Kill". Aushangfotocollagen. Die schönen Kataloge. Ein getöteter Diktator. Und wie mein Roman heißt.

NV am 22.10.2011 um 02:36 »


Donnerstag, 13. Oktober 2011

Kurz vor der Heizperiode

Das Wetter macht, was es will. Schlaftrunken. Der gebrochene Arm eines Freundes.

NV am 13.10.2011 um 23:45 »


Freitag, 7. Oktober 2011

Nachtnahsicht von einem Steg

"Lido Reflexionen" (vor etwa sechs Wochen).

NV am 07.10.2011 um 13:35 »


Wetterumschwung,

Graupelschauer.

NV am 07.10.2011 um 13:24 »


Die vor der Türe wartenden Menschen.

Die Lesbarkeit der Weltliteratur (Version 1.4.7 - "Nobel" update).

NV am 07.10.2011 um 13:24 »


Montag, 3. Oktober 2011

Den Literaturnobelpreis werde ich wohl auch dieses Jahr noch nicht erhalten

aber mehr wissen wir in wenigen Tagen. Drei Kugeln Eis mit Sahne auf der Wittelsbacherbrücke. Die Geschmäcker sind verschieden. Tag der Deutschen Einheit. Zuhause neue Bildbände im Überformat: Zweimal die "1" von Thomas Winkler, einmal weiß, einmal grau. Austausch als Schriftsteller und Künstler. Wer bekommt nächstes Jahr den Kunstnobelpreis?

NV am 03.10.2011 um 21:52 »


Sonntag, 2. Oktober 2011

Flaucher Biergarten mit Kritikon

Die Wespen fliegen den Maßkrug an. Oktoberfestbier. Die Blaskapelle unverstärkt. Knödel mit Soße. Die abwechslungsreiche Vielfalt der Gegenstände.

NV am 02.10.2011 um 19:08 »


Samstag, 1. Oktober 2011

Drogeriebedarf, literarisch

Zeno Cosini von der Radreise in Italien ziemlich mitgenommen. Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana in der Sonne aus dem Leim gegangen. Der neue Shakespeare mit groben Druckstellen vom Transport auf dem Gepäckträger. "Romanfiguren sind verletzlich", sagt Uwe Tellkamp auf dem Cover des Gratis-Kundenmagazins "Centaur" der Drogeriemarktkette Rossmann.

NV am 01.10.2011 um 21:42 »


Donnerstag, 29. September 2011

Nachmittags, halb drei

Schottenhammel, Wiesn: Die Jungen am Nebentisch mit Gel im Haar verschütten ihr Bier beim Prosten. Die Blaskapelle spielt "Griechischer Wein".

NV am 29.09.2011 um 19:32 »


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