Nikolai Vogel / nachwort.de

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Juli 2006


Montag, 31. Juli 2006

Nachts kommen die Bücher

Überlegungen zu Untertiteln zu einem Film, den ich noch nie gesehen habe. Arbeit an Portraits. Übersetzen und das Bezahlen der Rechnungen. Transfers. Und aus meinem frischen Duden-Exemplar fallen lauter Papierspäne. Da wurde bis zum Schluss gefeilt.

NV am 31.07.2006 um 23:38 »


Mittwoch, 19. Juli 2006

Die Hitze vermehren

Mit dem Fahrrad an Menschen vorbei, aus denen Handys klingeln. Ausweichmanöver auf Bürgersteigen. Fluss, der den Himmel spiegelt. Alles zeigt sich von seiner kostbarsten Seite. In der Wohnung alle Fenster zu - schon mittags scharfe Luft, weil irgendwo jemand mit zu viel Spiritus grillt. Die Innenhöfe laut. Der Bau wächst. Nur noch das Dach fehlt, das ein Stück Abendlicht wegnehmen wird. Glühbirnen brennen durch und Menschen. Schlag auf Schlag. Warum treten immer Häufungen auf? Weil wir darauf achten? Weil es deshalb unvermeidlich ist? Weil wir sie machen? Laue Nächte oder Nächte mit Wind. Die Domagktage eher trostlos. Abrissstimmung. Die, die nicht gehen können, oder was aus Träumen wird. Auf dem Eisschrank ein neuer Plattenspieler, ein altes, schönes Gerät. Braun PS 600. Immer wieder den Plattenteller abgenommen und darunter an Rädchen gedreht, bis die Wechselmechanik doch wieder wollte. Nur die Tellerbremse abgerieben. Zwölf Kilo auf Leisten gestellt, die mir ein Schreiner schnitt. Damit sich das Gewicht gleichmäßig verteilt, nicht die windige Plastikabdeckung der Kältemaschine eindrückt. Die Nadel schwenkt zurück und spielt die Platte von vorne, noch mal und noch mal. Kathrin Passig und Clemens Meyer lesen ihre Klagenfurt-Texte wieder. Danach raus, an polierte Steintische, in die Schriftzeichen gemeißelt sind, so dass sie an liegende Grabsteine erinnern. Als das Restaurant zumacht, bringt man uns die restlichen Nachspeisen und alle essen Himbeertörtchen. Details verraten. Details für sich behalten. Die Paparazzi sitzen woanders.

NV am 19.07.2006 um 13:30 »


Sonntag, 9. Juli 2006

Hupen ohne Hochzeit

Fußball-WM-Verkehr. Und mich interessiert, ob man auf PKWs auch andere Fahnen anbringen darf. Werbung für Friseursalons, Handwerksbetriebe, Ausstellungen. Liebesbeteuerungen. Witzsprüche. Das viele Schwarzrotgold wird doch mit der Zeit etwas monoton?

NV am 09.07.2006 um 01:40 »


Die Tropen zwischen M und A

Der Bahnhof hat sich noch mal verändert. In die freien Plätze wurden weitere Stände geschoben. Fanartikel, Süßes, Backwerk, Magazine. Früher war der Münchner Hauptbahnhof schön karg. Man musste nicht direkt suchen, wollte man etwas kaufen, aber musste aktiv hingehen. Es gab das Nötigste und die Welt konnte man bereisen. Heute findet man alles, was es bald überall gibt. Es bedarf einiger Willensstärke, um ohne Einkauf zum Zug zu gelangen. Damit ging aber auch das Gefühl für Ankunft und Abreise verloren, auf das man sich früher konzentrieren konnte. Der Bahnhof ist kein Sehnsuchtsort mehr, sondern ein Supermarkt. [weiter]

NV am 09.07.2006 um 01:22 »


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